Neustart – oder: Kirchencafé in der Abstellkammer

Ja, Dorfpastor wagt nach einer längeren Pause einen Neustart mit seinem Blog. Jetzt hat er ja Zeit, viel Zeit. So denkt mancher. Na gut, es war schon sehr irritierend, plötzlich sämtliche Veranstaltungen, Besuche und andere Termine zu streichen. Plötzlich ein Reset des Terminkalenders.

Aber das Gemeindeleben? Soll das nicht weitergehen? Wird mancher nicht in seinem Glauben nachlässig, wenn da jetzt nichts kommt? Was für den einen ein Problem, mag für eine andere Person eine Chance sein. Für Dorfpastor war es beides, denn jetzt galt es, Gemeinde auf digital einzuschwören, umzuschalten und sich selbst digital fit zu machen.

So kam es, dass Dorfpastor neulich am Sonntagvormittag nicht nur zu Hause blieb, sondern einen Bibelkreis mit 8 Personen am PC ausführte. Sogar gebetet wurde am Schluss. Wer sagt, dass wäre nicht real, übersieht, dass die wirkliche Gemeinde Jesu ein Tempel von immaterieller Art ist, von einer Art, die man nicht greifen kann und die sich noch nicht einmal dann abspielen muss, wenn man Menschen real gegenüber steht. Eine Menschenansammlung in einem Kirchengebäude ist noch lange keine Gemeinde Jesu.

Gemeinde Jesu ist ein geistlicher Tempel und doch real. Und kam es bislang beim Gespräch mit Gott nicht auch nur darauf an, dass man mit ihm kommunizierte? Die Art, ob laut oder leise, ob geschrieben oder gesprochen – all das ist doch sekundär.

Doch weil wir oft das Sekundäre mit dem wirklich Wichtigen gleichsetzen, ist vielleicht genau das das Problem im Glauben. Gott ist gleich Kirche oder Kirche ist gleich Gott? Oder Christus ist gleich Christen oder Christen ist gleich Christus?

Auch wenn wir das eine vom anderen nicht trennen sollten, lernen wir gerade jetzt, was Glaube eigentlich ausmacht. Und das beginnt immer mit einer ganz persönlichen Beziehung zu Gott.

Und die beginnt meistens da, wo man gar nicht gesehen wird, wo wir ganz allein sind mit Gott. Jesus sprach von dem Raum, der in den damaligen Häusern der einzige war mit einer Tür und der völlig dunkel sein konnte, quasi eine Vorrats- oder Abstellkammer. Ob das der Grund ist, warum wir beim Beten die Augen schließen?

Jesus ist es auf jeden Fall letztlich egal, wo wir uns befinden, wenn wir beten. Gott –  so sagte Jesus einer Frau, die auf der Suche nach dem Leben war  –  betet man nicht an bestimmten Orten an, sondern im Geist und in der Wahrheit. Und letzteres haben wir vielleicht gerade dort, wo uns niemand sieht, z.B. in der Abstellkammer.

Dorfpastor könnte jetzt auch noch einen anderen Ort, genauer ein „Örtchen“, nennen, wo die allermeisten Menschen ganz unter sich sind. Aber irgendwie kann er jene Christen verstehen, die meinen, dass man dann schon lieber beim Autofahren beten sollte – aber bitte mit offenen Augen!

Wo treffe ich eigentlich Gott? Diese Frage beantwortete ein Rabbi schlicht mit den Worten: „Da, wo man ihn einlässt.“ Und Dorfpastor ergänzt: dort, wo du betest.

Wenn du aber immer noch überlegst, was Dorfpastor denn nun überhaupt arbeitet, dann könnte er dir inzwischen längst neue Termine nennen, nicht zuerst außer Haus, aber Meetings und Nutzung aller modernen Medien zwecks Kommunikation. Die Predigt fällt sonntags nicht aus, auch wenn sie künftig per Video kürzer ist. Und selbst das Kirchencafé fällt nicht aus. Da könntest du Dorfpastor treffen – bequem von zu Hause aus mit deiner eigenen Lieblings-Kaffeetasse. Das funktioniert, notfalls auch in der Abstellkammer. Aber innerhäusliche Ausgangssperre – so drastisch wird es wohl nicht werden.

Zum virtuellen Kirchencafé geht es hier lang: www.efg-wol.de. Aber so viel sei schon vorab gesagt: in der Abstellkammer findet es nicht statt.

Bleib behütet! – wünscht Dir Dorfpastor.

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