Was wir von Gottes Möbeln lernen können

Wo wohnt Gott? Diese Frage kann man schnell beantworten. Nicht in irdischen Häusern oder Kirchen, erklärte der Apostel Paulus. Aber wie wohnt Gott? Das ist eine ungleich schwierigere Frage. Wie ist Gottes „Haus“, Gottes himmlische „Wohnung“ ausgestattet? Vom Alten Testament her gesehen ist das keine Frage. Es waren die kostbarsten Hölzer und Erze, vergoldete Gegenstände, die besten Farben und teuersten Edelsteine. Gott knausert offensichtlich nicht – nirgends. Ein Apostel Paulus würde das mit einem umfassenden Kapitel über die Gnade aufzeigen. Keine Frage: Gott lässt es sich etwas kosten, wenn es um den Himmel geht. Ja, er lässt es sich sogar seinen einzigen Sohn kosten, damit Menschen durch Jesus in den Himmel finden.

Foto (c) R. Sturm, pixelio.de

Gott ist also verschwenderisch. Das zeigt auch die Schöpfung, in der es sicher viele Tiere oder Pflanzen gibt, für die wir bis heute keine großartige Bedeutung entdeckt haben. Überhaupt hat sich Dorfpastor, der Nichtraucher ist, schon lange gefragt, wozu denn überhaupt eine Tabakpflanze nützlich sei.

Wie auf Erden so im Himmel?

Ob wir eine Antwort darauf finden oder nicht: auf jeden Fall ist Gott sehr verschwenderisch und luxuriös. Ein Armenviertel gibt es ohnehin nicht im Himmel und selbst Mutter Theresa wird nicht in einer kleinen Hütte im Himmel leben – meint Dorfpastor. Und wenn schon die Gassen im himmlischen Jerusalem gemäß dem letzten Buch der Bibel mit Gold gepflastert sind und die Stadtmauer mit Edelsteinen gebaut ist, dann bleibt uns Erdenbürger fast die Spucke weg. Ja, dekadent wäre das – würde man aus unserer irdischen Sicht sagen. Himmel und Erde sind eben doch zweierlei. Und natürlich konnte man im letzten Buch der Bibel den Himmel nur in damals bekannten Bildern schildern.

Foto (c): privat

Wir haben zwar nun die Frage nach dem Hausbau geklärt, bleibt „nur“ noch die Frage nach dem, wie es innen drin aussieht. Auch das mag sich sicherlich nicht weniger luxuriös annehmen – ähnlich kostbar wie die Innenausstattung des Tempels gestaltet war.

Und wenn wir fragen, wie denn nun die Möbel in Gottes Haus und den vielen anderen himmlischen Häusern aussehen, dann können wir vielleicht bildlich etwas über Farben und Kostbarkeiten sagen, über edle Hölzer, die ggf. noch mit Gold überzogen sind. Aber ob es ein Hochschrank oder ein Sideboard ist, worin Gott seine „Unterlagen“ und „Akten“ aufbewahrt, bzw. das so genannte „Buch des Lebens“, das lässt sich schwer sagen, ja vielleicht sogar bestreiten. Eines ist nämlich sehr klar: er hat es nicht in irgendeinem Fach verstaut, denn: Gott hat keine Schubladen.

Leben ohne Schubladen?

Was wir Menschen gerne versuchen zu unterscheiden und bewerten, ob diese oder jene Kirche besser sei, ob dieser oder jene Christ mehr Glauben habe, umgeht Gott konsequent. Er hat zwar eine Meinung, aber in Schubladen hat er weder die Konfessionen noch die Menschen eingeteilt. Gott ist zwar ein Gott der Ordnung, aber Schubladen hat er nicht.

Luxuriös, verschwenderisch, keine Schubladen – irgendwie passt das alles nicht zu unserem menschlichen Stil. Wer hätte das gedacht: Gott ist offensichtlich doch so ganz anders als wir. Ob wir deshalb auch viel größer und besser und schöner von Gott denken sollten? Schön wär’s, wenn wir es könnten. Aber versuchen können wir es ja mal, einfach mal staunen über Gott, ihn loben für seine Genialität und Herrlichkeit. Vielleicht tut sich dann bei uns in Hirn und Herz eine neue Tür, eine neue Erkenntnis auf, denn Gott sagt (Psalm 50,23):

„Wer Dank opfert, der preiset mich. Und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.“

Schon probiert? Fragt Dorfpastor. Oder scheitert es daran, dass du dich nach gesellschaftlicher Tradition nicht von den an und ins (!) Herz gewachsenen alten, gewohnten „Möbelstücken“ mit den vielen Fächern und Schubladen trennen kannst? Für eine Horizonterweiterung oder gar aufrichtigeres Leben würde es sich jedoch lohnen.

Foto (c) Barnickel Polstermöbel, Vlotho/Exter

Hätte Dorfpastor ein Ostfriesensofa, was er sich schon lange für sein Gesprächszimmer wünscht, würde er sich äußerst schwer tun, davon zu trennen. Zum Glück hat es ja keine Schubladen. Vielleicht würde Gott dann ja selbst darauf Platz nehmen, weil er ja gerne als unsichtbarer Dritter bei Gesprächen dabei ist.

Zur Seite der Evang.-Freikirchl. Gemeinde Westoverledingen

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