Kein Weihnachten ohne Tiere!

Jesus wurde nicht in einer Herberge, sondern in einem Stall geboren – logisch. Schließlich waren Joseph und Maria bei der Suche nach einer Unterkunft überall abgewiesen worden. Das – so muss man aber sagen – ist doch nur ein vordergründiger Aspekt. Hätte Gott es nicht auch so führen können, dass Maria und Joseph im Haus einer armen, alten Witwe aufgenommen worden wären – frei nach dem Motto: Raum ist in der kleinsten Hütte? Gott hat doch zudem besonderes Mitleid mit Armen, Kranken und Schwachen der Gesellschaft. Dies hätte doch treffend die Nähe Gottes zu armen und wenig beachteten Menschen ausdrücken können.

Foto (c) Dieter Schütz / pixelio.de

Oder Variante zwei: hätte Jesus nicht auch seine Geburt draußen, vor der Stadt, erleben können, so wie auch seine Kreuzigung, die ebenfalls draußen vor der Stadt geschah? Doch nun landen Joseph und Maria schlussendlich in einem Stall, dort wo das Vieh „wohnt“. Ob Schafe oder Esel, das lässt sich schlecht rekonstruieren. Aber es ist wie so oft, wenn die Bibel sich nicht klar dazu äußert. Dann meint sie nicht eine spezielle „Sorte“, sondern spricht etwas Grundsätzliches an. Es kann ja auch ein Pferd dort im Stall gewesen sein (dann wäre es der Stall eines reichen Menschen), ja, vielleicht auch ein Ochse, der scheinbar immer neben dem Esel in Abbildungen von der Krippe in Bethlehem steht.

Aber steht es in der Bibel wirklich so? Nein, und wird nicht oft ganz einfach nur die so genannte Heilige Familie abgebildet? Und manchmal schienen die Sterndeuter oder Hirten bevorzugt zu werden, weniger die Tiere. Letztere scheinen fast nur für die Verniedlichung der Szene, vielleicht für Kinder, passend zu sein.

Doch dieses Jahr war Dorfpastor echt geflasht als er seine Heiligabend-Kurzpredigt schrieb. Mit dem Wissen, dass selbst auch Tiere zum lebenden Teil der Schöpfung gehören und auch sie in Mitleidenschaft gezogen sind und dass Gott auch sie manches Mal seufzen hört, ging Dorfpastor nochmals neu in Gedanken die Frage der Erlösung, den Grund für das Kommen Jesu in diese Welt, an. Na klar, auch Tiere brauchen eine Erlösung. Und sie sind sogar sehnsüchtig darauf ausgerichtet, dass diese Erlösung endlich bei den „Kindern Gottes“ offenbar wird, weil sie, die Tiere, davon mit betroffen sind (s. Römerbrief Kapitel 8, 19-20).

Jesus kam dorthin, wo die Botschaft des Retters verkündigt werden musste: auch unter der Fauna, der Tierwelt! Aber steht denn nicht in dem bekannten Bibelwort, dass Gott so sehr die Menschen geliebt hat, sodass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat? (Johannesevangelium 3,16)

Auch wenn die Jahre des Griechischlernens schon lange vorbei sind: solche einen Vers vergisst man selbst in der biblischen Sprache nicht. Und in diesem Vers steht nämlich gar nichts von Menschheit oder Menschen. Hier steht das Wort Kosmos. Und das heißt mehr als Menschheit, nämlich: Welt und Weltall!

Wohin wir auch mit dem Fernrohr schauen können, in den Sternenhimmel, in ferne Länder und Landschaften, zu scheuen Tieren und Kreaturen in der Tiefsee – Gott liebt diese Welt, diese Schöpfung. Kein Wunder, dass er sie komplett retten und zurückgewinnen will.

Tja, liebe Leute von der Bibelübersetzung von „Hoffnung für alle“: ich habe euer Werk ja sehr gelobt. Ich lese selbst diese Übersetzung schon seit Jahren und finde die meisten Kapitel und Verse treffend widergegeben. Aber hier muss ich euch doch mal sagen: von „Menschen“ zu reden in diesem bekannten Vers von Johannes 3, 16, war kein kluger Schachzug. Das grenzt nur unseren Glauben ein, weil es einen großen Teil unserer Schöpfung ignoriert. Ihr hättet es beim bibleserver.com wenigstens so machen sollen wie die Version ‚Die Gute Nachricht‘, die in einer Anmerkung darauf verweist, dass hier eigentlich „Welt“ und nicht „Menschen“ steht.

Aber wenigstens hat dieses Mal die Weihnachtsvorbereitung bei Dorfpastor etwas Unerwartetes bewirkt: ein Stück veränderte, respektvollere und barmherzigere Einstellung zur Tierwelt. Das soll nicht heißen, man müsste mit allen wilden Tieren nun per Du sein. Wir sind ja noch nicht im verheißenen Friedensreich aus dem Buch des Propheten Jesaja und der Offenbarung. Auch muss niemand jetzt nicht Schlangen, Spinnen und sonstige Kriechtiere schön finden. Selbst innerhalb der Spezies ‚Mensch‘ kann man sich nicht für alle begeistern. Aber an Weihnachten einmal mehr an den vom Engel verheißenen Frieden auf Erden denken, auch unter der gesamten Schöpfung, das sollte problemlos möglich sein.

Franz v. Assisi und der Wolf von Gubbio, Foto (c) Peter Sebald  / pixelio.de

Und noch etwas hat Dorfpastor gelernt: Eine Darstellung der Geburtsszene Jesu ohne Tiere ist zweifellos unvollständig und keineswegs nur eine Geschmacksfrage. Wenn auch die Nächstenliebe in der Bibel nicht auf „Bruder Hund“ und „Schwester Katze“ bezogen ist und diese auch zu einem lebendigen Glauben geführt und getauft werden müssen, so sollte die Weihnachtsgeschichte jeden Tierquäler zur „Bekehrung“ bringen und alle übrigen zu einem respektvollen Umgang mit dieser Schöpfung. Darüber hinaus denkt Dorfpastor einmal mehr darüber nach, ob ein Hund im eigenen Haus nicht doch eine gute Option wäre.

Ob Dorfpastor aber nun zu einer Art Franz von Assisi mutiert, der auch den Tieren gepredigt haben soll, das wäre wirklich überzogen. Doch das zu begründen ist vielleicht mal ein separater Post wert. Aber gewiss wird es Tierfreunde aller Art freuen, dies zu lesen und festzustellen, dass Gott tatsächlich niemanden vergessen hat.

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Jesus und der Lockdown

40 Tage Lockdown – sogar für den eigenen Magen – machte Jesus, wie eine selbst verordnete Quarantäne in der Wüste, wo er 40 Tage lang fastete. Ein anderes Mal stand Jesus mittags an einem Brunnen als eigentlich der Getränkeladen Lockdown hatte, also geschlossen war. Nur eine Frau ging ganz irregulär zum Brunnen und versorgte Jesus mit nötigem Wasser. Und so fand Jesus seinen Weg. Selbst als man Jesus verschlossene Türen in einem Samariterdorf bot, war dieser Lockdwon kein Hindernis für den Weg der Liebe Jesu und seiner Berufung. Wenn Gott mit Menschen etwas vorhat – und das hat er mit jedem – dann gibt es zwar Hindernisse, aber keine Sackgassen. Das gilt erst recht für den Weg von Jesus in diese(r) Welt. Das gilt für Weihnachten:

Wenn Gott in Jesus in diese Welt kommt, ist Gott unstoppable.

Foto (c) Michael Belk, Journey with the Messiah

Herodes konnte damals das Leben Jesu als Neugeborener nicht töten und Maria und Josef wollten sich ihrem Auftrag auch nicht verweigern. Als Eltern konnten sie nicht verhindern, dass Jesus als 12jähriger im Tempel die Schriftgelehrten belehrte und die Erwachsenen konnten nicht verhindern, dass er die Kinder segnete, die zu ihm kommen wollten.

Nach 3 Tagen Lockdown war die Pandemie der menschlichen Sünde als Problem bei Jesus gelöst. Auch das Ordnungsamt, das gerne den Lockdown Jesu an seinem Grab zu einem Shutdown für immer und ewig gemacht hätte, konnte das nicht blockieen.

Foto (c) M. Fischer

Und wenn es nötig war, schuf Jesus selbst einen Lockdown, zum Beispiel für profitgierige Einzelhändler, als er gewaltsam die Verkaufstresen der Händler im Tempelvorhof rauswarf. Ihr Geschäftsgebaren war ein Lockdown für das Gebet der weitgereisten Gläubigen.

Gewiss, es gibt Barrieren auf dem Weg zu Gott, fremde und selbst produzierte – in Wort, Tat, in Kopf oder Herz. Aber Jesus reißt alle Barrikaden oder Sitten nieder, wenn es gilt, dass Menschen ihn finden sollen. Ob wir vielleicht die Advents-Botschaft von Johannes dem Täufer, „bereitet dem Herrn den Weg“, auch ein wenig falsch verstehen, weil es ja Jesus selbst ist, der auch für einen Zugang zu ihm und zum Vater im Himmel sorgt?

So kann auch Weihnachten nicht ausfallen, zumindest nicht für den, der es – pardon: ihn – feiern will. Weihnachten ist ja Geburtstag Jesu.

Vergiss das nicht, meint Dorfpastor.

Ermutigendes für ein bescheidenes Weihnachten findest du auch im öffentlichen Weihnachtsbrief, den du dir kostenlos bei Dorfpastors Gemeinde-Homepage runterladen kannst: HIER.

Da kommt noch was…

Vielleicht sitzt du gerade auf einem Ostfriesensofa? Vielleicht beim Tee? Du vermisst den regulären Besuch? Du wartest – gespannt oder gelangweilt? Warten – das ist doch das, was langsam aber sicher zum Fremdwort mutiert. Wer kann denn heutzutage noch warten? Selbst wenn man zuhört, ja sogar wenn man zuhört und zugleich zuschaut, also beim Fernsehen, macht man oft noch etwas nebenbei. Warten bis zur nächsten Szene? Dann wenigstens nebenbei ein paar Erdnüsse naschen.
Wenn mehr als 3 Personen eine „Schlange“ an der Kasse eines Supermarkts bilden, wird nicht selten sofort eine zweite Kasse eröffnet. Nur nicht den Kunden warten lassen. Gott sieht das völlig anders. Gott kennt das Timing, denn es heißt:

„Als dann aber die richtige Zeit herangekommen war, sandte Gott seinen Sohn…..“ (Galaterbrief 4,4)

Manche Menschen sind wirklich zu bewundern, besonders wenn man ihr Leben vom Ende her betrachtet. Dazu hier eine Geschichte, die in ihrem Kern auf wahren Begebenheiten beruht. Und dabei lernst du sogar noch ein wenig aus den Adventsgeschichten der Bibel. Diese Erzählung basiert auf dem Text des Lukasevangeliums, Kapitel 2, Vers 21 – 38: Dorfpastor erzählt: …. (Audio-Link)